Die Nacht über schlief die Taube auf ihrem Ei.
Vor 8 Uhr muss RUPERT sein „Hausrecht“ durchgesetzt haben, denn – danke, H.K. u.a.! – der Falkenterzel war, nachdem er die Taube verscheucht hatte, auch auf Kontrolle im Kasteninneren zu sehen.
Ab etwa 7.45 Uhr entdeckte auch ich das Ei im Kasten, ohne Taube.
RUPERT, mit weiß-quer gebänderter Brust als erwachsener Falke gut erkennbar, stand außen auf der Anflugstange. Er hatte noch nicht „gefrühstückt“, der schlanke Hals verriet den leeren Kropf. Er war müde, immer wieder schlossen sich seine inneren weißen Augenlider (Nickhaut) für Sekunden. Seine Position erlaubte ihm den gleichzeitigen Blick in das Kasteninnere und auf die Außenwelt.
Sein Benehmen während der Viertelstunde, in der ich ihn beobachtete, erschien für uns Zuschauer seltsam, war aber ganz natürliches Verhalten:
Immer wieder streckte er seinen Kopf nach oben und öffnete dabei seinen Schnabel als würde er laut rufen. So versuchte er aus seinem Magen den „Speiballen“ auszuwürgen, um – als Voraussetzung für sein zukünftiges Frühstück – „Platz zu schaffen“. Nahrungsreste vom Vortag als „Gewölle“ auszuspeien ist alltägliche Prozedur für Greifvögel und Eulen.
(Wir erkennen die Gewölle oft auf dem Boden des Nistkastens als längliche schwarze Reste.)
Wir sind in dieser, eigentlich falkenlosen Zeit, gespannt, wie es dort oben weiter geht, nicht wahr?
