Man kann Greifvögel nach der Art des Beutgreifens unterscheiden: es gibt GRIFFTÖTER , die ihre Beutetiere mit spitzen Klauen erdolchen (Habicht, Sperber) und BEISSTÖTER, die ihre Beutetiere enthaupten, also mit einem Biss den Kopf abtrennen. Beide Tötungsarten erfolgen blitzschnell ohne langen Todeskampf, denn ein Kampf wäre ja auch für den Jäger riskant (Verletzungsgefahr). Der Wanderfalke ist ein BEISSTÖTER:

Ich wiederhole mich wieder einmal: Das sind keine Raubvögel, sie rauben nichts, sondern ernähren sich so, wie es die Natur ihnen seit zig-Millionen Jahren zugewiesen hat.

Heute lese ich im Gästebuch, dass eine enthauptete Taube gefunden wurde. Diese ist mit großer Wahrscheinlichkeit einem Wanderfalken bei der Tötung oder Transport entglitten. Er kommt nur dann auf den Boden herab, wenn er völlig ungestört  die Beute wieder aufnehmen kann.  Kleine Beutevögel kann der Falke auch lässig mit einem Fang tragen und im Flug „bearbeiten“.

Meine Lieblingsdoku dieser Saison hier im Gästebuch ist der Beitrag von C. vom 23. Mai 2021, 18.30 Uhr ff.  Hier ist gut zu beobachten, wie die Karkasse einer bereits weitgehend verzehrten Taube von den beiden zankenden Jungterzeln mit einer (!) Klaue gesichert und gezerrt werden kann. Unten sehen wir die Fänge eines gerade ausgeflogenen weiblichen Wanderfalken. Er kann seinen Fänge, so groß wie eine Kinderhand öffnen und seine acht Klauen sind nadelspitz! Und sein Schnabel arbeitet wie eine Beisszange.