Das frage ich mich jeden Tag und die Antwort liegt auf der Hand. Um mir – und den zahlreichen Helfern, Förderern und Spendern (selbstverständlich auch in weiblicher Form) nicht eitel-stolz auf die Schultern zu klopfen, berichte ich vom Wanderfalkenpaar unserer Mailänder Filiale. Ich zitiere ich aus dem Artikel “Giò und Giulia- Warum Mailand in ein Vogelnest schaut” , in  der FAZ vom 3. Mai 2020, S. 18:

“Am 9.April, vier Wochen nach Beginn des Lockdowns, zählte die Lombardei, deren Hauptstadt Mailand ist, erstmals mehr als 10 000 Tote. Am selben Tag schlüpfte das erste Küken über den Dächern der Stadt, und vielleicht war es dieses Zusammentreffen von Schrecken und dem Beginn neuen Lebens, das die Begeisterung auslöste. Der Blick der Webcam ist zudem beruhigend, denn von so weit oben deutet nichts auf die Katastrophe hin … Man hört das Fiepen der Jungen und den Wind, der, steht er günstig, nur das Rattern der alten Tram hochträgt. Manchmal ist es auch eine Krankenwagensirene. …In vielen Mailänder Familien ist der Blick ins Vogelnest das Erste und Letzte, was sie täglich tun. Die Internetseite ist ständig geöffnet, so wie es mal Mode war, ein Kaminfeuer auf dem Fernsehbildschirm laufen zu lassen … Eigentlich passiert nicht viel. …Doch genau diese Ruhe tut den Augen gut. Die Videokonferenzen und Videoanrufe, zu denen Homeworking, Homeschooling und die Pflege sozialer Kontakte zwingen, ermüden die Augen. … Noch ein paar Wochen vielleicht, bis man sich flügge fühlt für das neue Leben, so wie ja auch die jungen Falken erst davon fliegen werden, wenn ihre Federn und Flügel gewachsen sind. … Und man sitzt selbst mit den eigenen Kindern, die diesen Frühling nur vom Fenster aus erlebt haben, vor dem Bildschirm und schaut gebannt zu. Vor zwei Monaten hätte man bei diesem Schauspiel vielleicht noch gesagt: Kinder, das ist nichts für euch. Jetzt aber bleibt man sitzen und sagt: Kinder, so ist das Leben.”  (Karen Krüger)

 

One Comment

  1. Margit Becker 5. Mai 2020 at 20:22 - Reply

    Auch mich begeistert das aufwachsen der jungen des heidelberger falkenpaares palatina und zephir! Wenn dann nachts palatina wacht….wie beruhigend!
    Bald werden sie flügge sein und in ein abenteuerliches leben aufbrechen…..
    Wünschen wir dafür und alles andere viel glück und alles gute!

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