sagen die Kindern, die zur Zeit auf das Brutgeschehens schauen: „LISELOTTE schläft ja den ganzen Tag!“ Das weckt bei mir die Erinnerung an meinen früheren Beruf!
Beide Falken haben auf der unteren Bauchseite zwei Brutflecken, die nun – natürlich hormonell gesteuert – besonders stark mit warmem Blut durchströmt werden! Es sind dort sogar einzelne Flaumfedern ausgefallen, damit die Eischalen in direkten Kontakt mit der Haut kommen. Das Federkleid, das Vögel so gut gegen Kälte – heute früh in Heidelberg nur 3° C – und Nässe isoliert, soll eine Isolierung jetzt und hier am Falkenbauch nun nicht leisten!
Um ein gleichmäßiges Bebrüten aller Eier – hier in diesem Kasten waren es meist vier, nun nur noch drei – zu erreichen, werden die Eier etwa alle ein bis zwei Stunden mit dem Schnabel gewendet. Nach unseren Beobachtungen, hier seit 2000 , geschieht das vor allem in den ersten Wochen der Brut, in denen der Embryo besonders schnell wächst. Denn die Wärmezufuhr muss jedem Ei gleichmäßig zugeteilt werden!
Für den kleineren RUPERT ist es eine große Leistung die – hühnereigroßen – Eier unter sich zu bergen und gleichmäßig zu „bedienen“, wenn LISELOTTE z.B. am frühen Morgen „Toilette“ macht, einen Bewegungsflug unternimmt, oder Nahrung, von RUPERT geliefert, irgendwo verzehrt. (Bis jetzt habe ich immer nur LISELOTTE auf dem Gelege gesehen.)
Beim Wenden der Eier wechseln die Falken auch die eigene Position etwa mit einer Vierteldrehung, wobei sie immer – zumindest mit einem Auge – den Eingang des Nistkastens im Auge haben.
Gegen Ende der Brutzeit werden die Eier nicht mehr so oft gewendet, in den letzten Tagen vor dem Schlupf überhaupt nicht mehr, denn das Küken bringt sich dann selbst in die Position um die Eischale aufzudrücken zu können!
Wir können beim Brutwechsel gut beobachten, wie die Eltern ihre großen Fänge vorsichtig “einfädeln”, sich niederlassen und sich dann sorgfältig dicht über das Gelege “einrütteln”.
Erst dann legen sie sich flach darüber und dösen oder schlafen. In der Nacht wird immer LISELOTTE auf dem Gelege brüten. Ihre Flügel und der Körper halten das Ganze eng zusammen und erhalten so die Wärme.
Die Geduld und Sorgfalt von LISELOTTE und RUPERT sind bewundernswert, nicht wahr? „It takes two to Tango“ , keiner der Altfalken könnte allein brüten und dann die Küken groß ziehen!