Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
Die erste Nacht
Vom 6. auf den 7. Mai schlief das QUARTETT zum ersten mal deutlich getrennt voneinander, obwohl es in der Nacht dort oben ziemlich kühl war. PALATINA stand lange Zeit „arbeitslos“ schlafend im Nistkasten, wachte aber auch außen auf der Anflugstange über die Nachtruhe des Nachwuchses. Vor einigen Tagen konnte man im Web eine Aufnahme sehen, die zeigte, w ein Möwe in Nordamerika den Moment nutzte um ein Küken aus dem Nest zu reißen als die Falkeneltern abwesend war. Hier bei uns fürchte ich – irgendwann einmal – den Angriff eines Uhu auf den Nistkasten. Der Uhu hat sich – worüber wir uns ebenfalls freuen – auch in unserer Region überall verbreitet und nutzt alle geeigneten Orte zum Brüten und zur Aufzucht seiner Jungen.
Aber – bitte schön! – in möglichst deutlichem Abstand zu Heiliggeist!
Danke Loza, (BCAW)


Fortschritte bei der Entwicklung
Coriena, danke! – hat die von mir beschriebene Szene dokumentiert!
Etwa nach 6 Minuten sieht man sehr schön das Stolpern der Großen und die Beweglichkeit- in eigener Entscheidung! – des Sorgenkindes.
Hier ist auch schön zu sehen, dass Greifvögel – wie alle Beutegreifer – sparsam und penibel mit ihrer Beute umgehen: PALATINA brachte einen Rest vom Vortag. Diese Beute wird vollkommen verbraucht werden. (Siehe mein Foto von gestern , das war- 2016? – ein Zufallsfund auf dem Umlaufbalkon des Turmes.)
Eroberung des Raumes
Seit zwei Tagen können wir – zufrieden – beobachten, dass das QUARTETT sich ab und zu auflöst und jede/r seines Weges geht. Nein, humpelt, stolpert und wankt! Inzwischen geht auch die Eroberung der idealen Position bei der Atzung dank der inzwischen gekräftigten Beinmuskulatur recht flott. Natürlich noch immer auf Kosten des Kleinen. Heute am frühen Vormittag konnte ich sehen, dass bei einer Fütterung zwei große Küken zur Seite gegangen waren, aber genau beobachteten, was bei PALATINA geschah. Deshalb können wir uns freuen, dass das Sorgenkind nun täglich mit vollem Kropf zu beobachten ist. Jetzt hat es gute Chancen in seiner Entwicklung den Vorsprung der Geschwister aufzuholen. Wenn das QUARTETT getrennt steht, können wir Beobachter genau die Reihenfolge ihres Schlupfes an der Größe erkennen. Eines der großen Küken wedelte ganz rechts schon bei dieser Fütterung der beiden Jüngsten eifrig mit seinen Flügelchen, so dass es – nach vorn beschleunigt – ins Stolpern kam.
Die Küken liegen nur noch bei Kälte und nachts beisammen. Wir werden nun häufig sehen, dass sich eines absondert und sich z.B. in eine Ecke drückt. Bereits gestern Nachmittag war ihnen der frische Wind wohl zu kühl und alle saßen oder lagen an der Rückwand.
Wie kommen die Küken zur Nahrung?
Wanderfalken schlagen als Beute fast ausschließlich Vögel, die sie – meist aus großer Höhe in hoher Geschwindigkeit herabstoßend – mit beträchtlicher Wucht mit geballten Fängen schlagen, so dass diese taumeln. Oder sie ergreifen den Beutevogel – meist von hinten oder unten „aus dem toten Winkel“ heran schießend mit ihren großen Fängen (Hände, sagen die Fachleute dazu). Unmittelbar darauf – noch hoch in der Luft – töten sie ihre Beute durch Genickbiss, b.z.w. trennen den Kopf ab. Sie nehmen- wie alle Beutegreifer (siehe aktuell:Wolf!) – jene Beutetiere, die sie ohne großen Energie – und Zeitaufwand greifen können. Deshalb heißen sie GREIFvögel, man sagt nicht mehr Raubvögel. Sie rauben ja nicht wie ein Bösewicht, sondern ernähren sich von jener Nahrung, die für sie seit Jahrmillionen die Natur vorgesehen hat.
Wanderfalken haben eine große Bandbreite an Vogelarten die sie als Nahrung erbeuten. Je nach Lebensort (Binnenland, Küste) greifen sie Vögel, die dort häufig sind. Das hat man oft und an vielen Orten dokumentiert. Ich nenne deshalb hier nur Zahlen aus Baden Württemberg (D.Rockenbauch, 2002) erfasste an 22 670 Beuteresten eine Artenzahl von 185 verschiedenen Vogelarten! Nur jetzt, wenn die Küken einen sehr hohen Nahrungsbedarf haben, stehen Tauben auf den Rupfungslisten! Es ist auch keineswegs so, dass Beutegreifern „die gebratenen Tauben wie im Schlaraffenland“ in den Schnabel fliegen.Es gibt zahlreiche Dokumentationen, dass bei erfolgreichen Jagdflügen des Wanderfalken einige Fehlstöße voraus gehen. Selbstverständlich gibt es auch Spezialisten, die sich an einen kopfstarken Taubenschlag bedienen. Auch für Greifvögel gilt: Die Zahl der Beutetiere reguliert die Zahl der Beutegreifer und nicht umgekehrt. (Einer meiner ehemaligen Schüler, der beruflich viel in Afrika ist, berichtete mir, er habe in wildreichen Savannen oft stark abgemagerte Löwen gesehen. ) Es gibt Dokumentationen, die zeigen, das Wanderfalken auch schwebende Libellen greifen! Sie nehmen, was sich anbietet, auch kleinste Happen.
Mit der Beute fliegt der Wanderfalke an seinen Rupfplatz, wo er die Beute passend für den Transport präpariert. Dabei würden die Flügel des Beutevogels stören, also weg damit, ist ja eh kein Fleisch dran. Meist wird auch noch das Großgefieder der Beute entfernt. Dann erst fliegt ZEPHYR oder PALATINA den Nistkasten an oder ein Depot, wo die Beute versteckt wird.
Unappetittlich
Heute hatte ich Zeit und Gelegenheit, ein „Fütterung der Raubtiere“ – damit lockte man früher im Zoo oder Zirkus die Kundschaft an – zu beobachten. Mir fiel ein Stein vom Herzen, als ich beobachtete, wie das eine oder andere Küken bereits satt und zufrieden aus der Entfernung zuschaute, wie die beiden anderen Geschwister mit Nahrung versorgt wurden. Sehr erfreulich zu sehen, dass auch das Sorgenkind gut versorgt wurde und mir einen vollen Kropf zeigen konnte.
Dem Nachwuchs bei der Atzung zuzuschauen ist jetzt keine ästhetische Veranstaltung mehr für unsere Augen, man mag manchmal gar nicht mehr hinschauen. (Entsprechend sinken nun auch unsere Besucherzahlen von ca. 3 000/ täglich auf ca. 2 400 ?, da die Kleinen nicht mehr klein sind und nicht mehr als „süß“ zu bezeichnen sind.
Uns erinnern sie, wenn wir ihnen bei der Mahlzeit zuschauen, eher an die flinke Velociraptoren aus dem Film „Jurassic Park“, welche vor ca.70 Millionen Jahren wohl ähnliche „Tischsitten“ gezeigt haben.
Bemühen wir uns also in diesen Tagen unseren Ekel und Abscheu am Bildschirm zu überwinden:Bewundern wir, dass die winzigen Äuglein bereits jetzt genau erkennen, wohin man schnappen muss! Dass das erbsengroße Gehirn bereits in der Lage ist, den blitzschnellen Koordinierungsprozess zwischen Augen und Schnabel zu steuern! Dass der volle Kropf den Kopf nach unten zieht, so, dass die noch nicht abgefüllten Geschwister auch eine Chance bekommen! Wie PALATINA rasend schnell einen Vogel rupft! Wie schnell sie entscheidet: DAS fresse ich selbst, JENES bekommt dieses Kind, – DU zögerst? -Also erhält DIESER den Happen…Und im Gegensatz zu unserem Müll: Wie wenig bleibt von einer Beute als Rest liegen! s.u.
Jetzt, um 14.30 Uhr, liegen alle wieder friedlich hinten links in der Ecke beisammen, dösen, verdauen und wachsen.
Nun ist Gefiederpflege nötig
Heute ist um 14.40 Uhr deutlich zu sehen, dass im sprießenden Federkleid der Küken Pflege notwendig ist Auch PALATINA zeigt uns dabei in Cam 2 ausführlich, wie das geht.. Geschickt setzt das Quartet dabei bereits das „Allzweckwerkzeug“ der Vögel, den Schnabel, ein. Wenn auch die Beinmuskulatur noch schwach entwickelt ist, so können sie schon recht gut ihre Position wechseln und sich bewegen. Ihr Kopf erreicht schon, von den auf kurze Sicht schon sehr gut funktionierenden Augen geleitet, bestimmte Ziele. So greifen sich hungrige Küken, die von den Geschwistern vom fütternden Schnabel PALATINAs fern gehalten wurde, frustriert auf dem Boden dies oder das Federchen vom Boden auf. Noch immer stellen sich die Küken, die nun öfters unbeaufsichtigt bleiben werden, bei der morgendlichen „Kälte“ zur „Wärmepyramide“ zusammen, damit sie nicht auskühlen. Nachts gelingt es PALATINA kaum noch mit hängenden Flügeln sie vor der Kälte zu schützen. Das ist nun auch mit dem gerade eintreffenden „Sommerwetter“ nicht mehr notwendig. Auch der malträtierte Zwerg im Quartet zeigt soeben einen vollen Kropf und scheint nicht zu leidem.
Harte Minuten
auch für uns Menschen bei einer solchen Atzung zuzuschauen. Wir sehen: Hier geht es wirklich um das Überleben der Fittesten! Wer zuerst zupackt, zupacken kann, wird satt und kann sich entwickeln. Wer zu schwach ist, kommt erst zuletzt dran. Dennoch; Wir müssen uns keine Sorgen machen. Bis jetzt ist hier noch nie ein Küken nach dem Schlupf verhungert, alle wurden groß und flogen davon.
Aber am liebsten würde man ab und zu hier eingreifen, gell?
Wunde am kleinsten Küken
Soeben konnte ich einen kurzen Blick auf das kleinste Küken werfen. Ja, das sieht nach Kratzer einer Falkenkralle – Geschwister? – aus. Das kleine Küken hat es sowieso schwer, nun auch noch das! Nein, jetzt kann man den Nistkasten nicht öffnen und das Küken entnehmen. (Da kann man kein Pflaster drauf machen.) Wer sollte was mit ihm unternehmen? Eine Desinfektion bei einem Veterinär würde lange dauern und dann? Selbst wenn man es dann zurück setzen könnte, wäre die Wunde wieder allem ausgesetzt. Das Kleine bleibt in der Familie, es wird weiterhin von seinen Eltern geatzt werden und wir müssen abwarten.
Eine Öffnung des Nistkastens zur Beringung ist frühestens Mitte nächster Woche möglich und auch dann nur, wenn die Eltern abwesend sind. Der Beringer ist übrigens Arzt.
Brauchen Wanderfalken Nistkästen zum Brüten?
Selbstverständlich nicht! Aber ohne solche Nistkästen wären sie vielleicht nicht mehr da.
Seit zig- Millionen Jahren – lange vor unserer eigenen Spezies Homo sapiens – gibt es Vögel, Falken und auch Wanderfalken! Wanderfalken flogen durch das Neckartal und brüteten im Neckartal und sonst wo, als es noch keinen Menschen hier gab! Der Homo heidelbergensis, dessen Unterkiefer nur wenige Kilometer von hier gefunden wurde, sah bestimmt Wanderfalken am Himmel. Auch die ersten modernen Menschen, die vor 45 000 Jahren sich erstmals an Höhlenwänden verewigten, hatten andere Sorgen als sich um Wanderfalken zu kümmern.
Wanderfalken nisten seit Millionen Jahren auf Felsbändern oder in Nischen in Felswänden. Wenn es keine hohen Felsen gibt, brüten sie auch in aufgegebenen Nestern anderer Vögel auf Bäumen, in der einsamen Tundra im hohen Norden auch auf dem Boden. Dann aber – verständlich! – an Stellen, an denen sie sicher sind. Also auch auf Inseln in der Nordsee, auf denen der Zutritt von Menschen verboten ist.
Felsen, Felswände, die für Wanderfalken hoch genug sind, werden oft seit Jahrhunderten beflogen, so dass diese Felsen von uns Menschen sogar nach ihnen benannt wurden: Falkenstein, Falkenwand, – überall stoßen wir auf solche Namen. An allen diesen spektakulären Felswänden klettern seit einigen Jahrzehnten sportliche Menschen. Am Battert, einer Felswand bei Baden-Baden zählte ich schon vor Jahrzehnten Dutzende von Kletterrouten in einem Führer verzeichnet. Das führte zeitweilig zu Konflikten mit den sensiblen Wanderfalken. Da die meisten Kletterer den Wanderfalken kennen und ebenso wie wir hier Freude an seinem Leben haben, helfen sie oft bei der Sicherung der Nisthöhlen und bei der Beringung der Jungfalken, müssen aber auch Sperrungen einiger Routen für die Brutmonate einhalten. Das klappt ganz gut, aber natürlich gibt es auch – wenige! – sture Kletterer. Oft ist es auch der Lärm am Felsen, deren Zurufe, das Klirren der Haken und Ringe, der die Falken vertreibt.
Wanderfalken, als Opportunisten, leben bevorzugt dort, wo ihr Leben sicher ist und wo es „bequem“ Beute gibt. Das sind – in zunehmenden Maß! – große Städte! Die freie Landschaft ist durch die moderne Landwirtschaft „ausgeräumt“, es fehlt oft an Insekten und nachfolgend an Vögeln. Die Artenzahl ist dort rapide geschrumpft, Prof. Josef H. Reichholf hat das für Süddeutschland, andere für Europa, überzeugend nachgewiesen. In München oder Berlin gibt es weit mehr Arten als in riesigen Flächen außerhalb! Die Artenvielfalt finden wir heute in Zahl und Qualität in Parks, Friedhöfen, Industriebrachen u.s.w. Wie oft bin ich in der Schweiz, letzte Woche in Südfrankreich, lange an hohen Felswänden vorbei gekommen an denen keine Wanderfalken brüten. Weil es dort nur wenige Vögel gibt. Im Großraum der Städte New York, London oder Frankfurt gibt es inzwischen jeweils zweistellige Zahlen von Wanderfalken-Bruten! Alle an Gebäuden! Mit Nistkasten und auch ohne an hohen geeigneten Stellen.Weil es dort Millionen von Vögeln aller Arten gibt, vor allem Abertausende von Tauben, die während einiger Wochen der Aufzucht der Falkenküken, eine bevorzugte Beute sind. Die größte Wanderfalkendichte Europas gibt es in der Kölner Bucht in NRW, ein riesiges Industriegebiet mit hohen Türmen, Kraftwerken, Brücken, Industriebauten aller Art und vielen Beutevögeln. Nicht sehr romantisch-natürlich! Im Vergleich dazu sind die schönen, steilen Felswände z.B. der Nordalpen ziemlich „falkenleer“.
Als der Wanderfalke in den späten 1960-er Jahren ff. in Mitteleuropa stark vom Aussterben bedroht war, rettete ihn u.a. auch der Nistkastenbau an hohen Gebäuden, an denen er in Sicherheit, vor Wilderei und Aushorstung geschützt, inmitten eines großen Nahrungsangebotes Nachwuchs in die Luft brachte.
Auch wir Menschen ziehen weltweit mehr und mehr in die Großstädte, weil wir dort Arbeit und Broterwerb finden. Auch wenn es auf einer sonnigen Südseeinsel oder einer stillen Alpenhütte schöner, romantischer und natürlicher wäre…
Kleine Federkunde 2
Bei den Küken erkennen wir nun bald die Ausformung der Federkeime. Je nach dem zukünftigen Zweck und je nach der Lage der einzelnen Feder entscheidet sich bereits jetzt, wie jede einzelne Feder in ca. vier Wochen beim ersten Flug aussehen wird. Wenn die fertige Feder ausgeschoben wird, braucht dann dieses tote und verhornte Gebilde, das überlebenswichtig für den Falken sein wird, keine Blutzufuhr mehr, keine Nahrung und keinen Sauerstoff mehr! Allerdings tägliche Pflege, das können wir ja bei ZEPHYR und PALATINA wenn sie auf der Anflugstange außen stehen, immer wieder beobachten…
Federn sind für die warmblütigen Vögel von großem Vorteil: Der lebende Vogelflügel ist ein schmales Knochenbündel mit wenig Muskelfleisch (Wir erinnern uns an das Brathähnchen auf unserem Teller!), das mit den Federn eine hoch spezialisierte Tragfläche aus lebloser Substanz trägt. Eine Fledermaus mit durchbluteten Tragflächen muss viel mehr Energie in ihren Flug investieren!
Kein Wunder, dass es Vögel fast überall und seit sehr langer Zeit auf der Erde gibt: Schon beim Abdruck der Federn des Archaeopteryx im Plattenkalk bei Eichstätt ( 150 Millionen Jahre alt) kann man unterschiedliche Federtypen erkennen.
/Foto: Souvenir aus einer Reinigung des Nistkastens)
Kleine Federkunde Teil 1
Wenn das Quartett soeben uns nur als haariger, weißer Klumpen erscheint, der sich manchmal etwas bewegt, dann ermuntert mich das zum „Lehrer spielen“:
Die Oberhaut der Vögel ist von unserer völlig verschieden, sie erinnert uns an deren Abstammung von den Saurieren. Bei uns Menschen wird die Hornsubstanz der Oberhautzellen, das Keratin, fortlaufend abgestoßen und von innen erneuert. Als Schuppen auf unseren Schultern, als Hornhaut an unserer Fußsohle und Handinnenflächen, als Haare und Finger- und Zehennägel werden diese abgestorbenen Zellen von nachwachsenden lebenden Zellen verdrängt und als tote Substanz nach außen geschoben.
(„…nach außen geschoben“ – Ja, aber mit dem Nachwachsen der Haarzellen auf meinem Schädel hat es seit einigen Jahren ein Ende.)
Die Oberhaut der Vögel bildet Federn aus. Bei der Vogelfeder wird zunächst im Schutz einer Hornhülle (Blutkiel) ein kompliziert eingerolltes “Gebäude” gebildet, das sich dann zu einer verhornten und hochspezialisierten Federfahne entfaltet, wenn diese Hornscheide aufsplittert.
Denn jede Feder dient, je nach ihrer Lage am Falkenkörper, ganz bestimmten Zwecken und wird erst nach der Mauser völlig erneuert! Die harten Armschwingen PALATINAs und ZEPHYRs unterscheiden sich völlig von deren weichen Bauchgefieder.
Bei unseren vier Küken haben sich die “Federorgane” nun ausgebildet. Blutkiele, weil sie bei Verletzung leicht bluten, heißen die bläulich glänzenden Hornscheiden der Zapfen, die in den nächsten Tagen am Stoß und an den Flügeln der Küken sichtbar werden. Bald werden diese Hornzapfen an der Spitze eintrocknen und es erscheint die zunächst noch eingerollte Federfahne, die sich allmählich zur Fläche entrollt. Dabei wird die Pelzdune aus ihrer Hauttasche ausgeschoben.
Das was wir jetzt als haariger hellgrauer Klumpen sehen sind Pelzdunen!
Die grauen Pelzdunen sind bereits das zweite Kleid des Quartetts ,denn das weiße Dunenkleid nach dem Schlupf wurde bald ersetzt. Wenn wir die Bilder/Videos aus der ersten Woche mit den Fotos dieser Woche vergleichen, erkennen wir deutlich die grauen Einfärbung.
Größenunterschied
Die fünf Tage, die 2018 zwischen dem ersten und dem vierten Schlupf liegen, bedeuten mit unseren Erfahrungen seit 18 Jahren in diesem Nistkasten eine große Zeitspanne. Entsprechend erkennen wir auf den ersten Blick das jüngste Küken, das deutlich kleiner ist als seine Geschwister. Das haben wir hier schon öfter beobachtet, dass ein Nachkömmling alle Aufmerksamkeit der menschlichen Anteilnahme auf sich zieht. Dass manche sich Sorgen machen.
Bald werden wir kaum noch einen Größenunterschied feststellen können. In der Endphase des Aufenthalts erkennen wir dann manchmal schon aus der Kameraperspektive, wer männlich und weiblich ist: Die Weibchen sind größer und schwerer, haben stärkere Fänge und eine tiefere Stimmlage als die Terzel. Es sind aber immer die Terzel, die als erste davon flattern.
Danke, Loza, für ein Foto vom 28. April! 
Powerplay zwischen zwei Halbstarken
Die Verhaltensforscher sagen dazu wohl: Appetenzverhalten
Danke, C,!
MARSILIUS am Vormittag
Wir sehen bei seinem Training, dass er schon gut eine längere Strecke fliegend durchhalten könnte, wenn er …
Danke, K.!
Zwei Jungfalken stehen im Wind
Der eine ist wohl APOLLO, der kommt und geht nach Belieben. MARSILIUS traut sich noch nicht …

MARSILIUS nervt seine Mutter am 20. Mai
durch anhaltendes Betteln.
Danke, C.!

Zu zweit kuschelt es sich am besten
APOLLO hat sich über die Nacht wieder zu seinem Bruder MARSILIUS gesellt. Am Morgen hat er ihn verlassen.
Ich muss meine bisherigen Erfahrungen, dass die Terzel als erste zum Ausfliegen kommen, revidieren. Im Zeitalter der starken Frauen hat sich das geändert …
Danke, S.F.!

Zwei Brüder
Geradezu rührender Anblick: APOLLO ist mal wieder vorbei gekommen und schläft auf MARSILIUS gelehnt. Außen hält PALATINA Wache.
