Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
Die beiden Terzel aktiv, die beiden Weibchen schlafen
so sehe ich das um 8.20 Uhr. Gruß aus Wien!
Nach dem Schrecken gestern
wurde die Mahlzeit mit großem Appetit beendet.
Danke, Krystyna!
Ich bin mal wieder nicht in Heidelberg
Auch der Tagebuchschreiber muss sich von der Arbeit & Aufregung erholen und ist bis zum 18. Mai weg. Ich weiß noch nicht, ob ich das Gäste- und Tagebuch in dieser Zeit betreuen kann. Nun herrscht ja auch auf Heiliggeist wieder der Alltag …
Bis bald!

Alles ist wieder gut
Danke, Coriena!
Zuerst mal den Nachwuchs weit weg von dieser schrecklichen Klappe bringen.
Dann Wache schieben.
Ganz wichtig: Gut ausschauen dabei. Also ausgiebige Körperpflege…
Die Schreckensminuten
Danke, Coriena!
Ja, leider mussten wir Euch stören! Das Klopfen vertrieb PALATINA keineswegs! (Herrlich übrigens ihre ausgebreiteten Flügel, nicht wahr?) Großartig, wie sie dann die Beute in Sicherheit bringt – wohin? – sofort zurück kehrt und die Stellung hält. Es fehlte nicht viel und Dr. M.P. hätte etwas Blut hinterlassen…
Und wie heißen die Kleinen?
Die Max-Planck-Gesellschaft für Vogelkunde, Vogelwarte Radolfzell, gab ihnen die amtlichen Bezeichnungen: RUE, RUF, RUG und RUL nebst je einem goldenen (= aus Gebäudebrut stammend) SOS-Ring mit Nummer der Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz. Damit geben wir uns in Heidelberg nicht zufrieden. Die beiden Terzel heißen ISABELLA und CORIENA, die beiden Weibchen ANNETTE und KRYSTYNA. ISABELLA wurde genannt nach der TOCHTER des großzügigen Spenders zweier Webcams Herrn Joachim S. in Waltenhofen. Die beiden Weibchen nennen wir nun ANNETTE und KRYSTYNA. ANNETTE heißt nach Annette B. in Dresden, die seit Beginn dieses Projekts uns mit Fotos versorgt. KRYSTYNA verdien als Anerkennung Krystyna L., Wloclawec,PL und CORIENA ehrt Coriena Segeren, Lage Zwaluwe, NL , die – wie alle dankbar erinnern – die schönen Dokumentationen der Videos für uns erstellen.
Herzlichen Glückwunsch!

Heute wurde beringt!
Und alles hat wieder prima geklappt! Auch wenn ich vergessen habe, die Cams auszustöpseln. Deshalb lese ich als Gästebeiträge einige Kritik, die ich nicht veröffentliche: Man habe die Familie beim Essen gestört. Ja, das kommt oft und überall vor. Aber heut konnten wir nicht warten. Der amtliche und beauftragte Beringer hatte noch weitere Aufträge, ein anwesendes TV-Kamerateam ebenfalls. Wir konnten also nicht warten, bis die Eltern weit weg waren. Diese benahmen sich aggressiv und hartnäckig, worüber wir uns freuten! So muss es sein. Auch die Jungen wehrten sich und brauchen wohl – wie immer – nun einige Stunden der Erholung. ;orgen ist alles vergessen.
Ich versichere als ebenfalls amtlich bestallter und ernannter Naturschutzwart im Ehrenamt seit fünf Jahrzehnten: Auch diese 18. Beringung, – wir wissen, wie so etwas geht- im Heiliggeistkirchturm erfolgte unter Beachtung des Tierschutzes.
Und nicht vergessen: Alle Beteiligten machen das ehrenamtlich.
Das Resultat: Alle vier Küken sind bei bester Gesundheit und wohl genährt. Auch das jüngste und kleinste zeigt keine Wunde mehr und ist wohlauf. Es handelt sich, wie erwartet, um zwei Weibchen und zwei Terzel.
“ Die Dinge sichtbar machen, so wie sie sind.“
Ich wollte gestern zum Nistkasten, griff zum falschen Schlüssel, musste vom Umlaufbalkon wieder hinunter, um den richtigen zu holen, also zweimal die 210 Stufen nehmen. Entsprechend auf der Nordempore verschnaufend, blickte ich über das Kirchenschiff hinüber zur Südempore, auf der bis 1623 die berühmte BIBLIOTHECA PALATINA stand. Dort war das kleine Büchlein des Königs Manfred, Sohn des Kaisers Friedrich II., De arte venandi cum avibus (Über die Kunst mit Vögeln zu jagen), das Manfred in der am 26. Februar 1266 in der Schlacht vor den Toren von Benevent in Süditalien neben seiner Krone und seinem Leben verlor.
Die acht Bände des Originals seines Vaters waren bereits am 18, Februar 1248 diesem bei einem Ausfall der Stadt Parma auf die kaiserliche Lagerstadt Victoria abhanden gekommen, weil er mit seinem Sohn und seinem Gefolge fernab von der Schlacht war. Natürlich auf einer Beize, einer Jagd mit den Falken.! Dieses Buch ist schon früh verschwunden. Das Heidelberger Exemplar von König Manfred ist das älteste und schönste von einigen Abschriften. 1986 war es, vom Vatikan zur 800-Jahr-Feier der Universität ausgeliehen, für einige Monate wieder am alten Ort auf der Empore!
Der Kaiser selbst hatte das Selbstbewusstsein, in seinem Falkenbuch dort einige Irrtümer klar zu stellen. Kühl korrigierte er darin die Äußerung der damals höchsten Autorität – Schriften des Griechen Aristoteles – der z.B. behauptete, beim Kranichzug würde immer ein Anführer dem Keil voraus fliegen. Nein, schreibt Friedrich, die Kraniche wechseln sich ab. Aristoteles: Nur Raubvögel haben gekrümmte Klauen! Friedrich: Nein, das haben auch andere Arten. Aristoteles: Geier finden das Aas mit der Nase, Friedrich: Nein, mit den Augen…
Friedrich nannte als obersten methodischen Grundsatz seines Buches den großartigen Satz: „… manifestare ea, que sunt, sicut sunt“, also die Dinge – die Vogelwelt – darzustellen nach der Methode: „.. die Dinge, die sind, so wie sie sind“ , zu benennen! – Also nicht nach dem Willen, Wunsch, Ideal des Menschen! Damals eine völlig neue Weltsicht! Die Natur ist nicht ein Fingerzeig Gottes zur Belehrung des Menschen, sondern die Natur ist, wie sie ist! „Schau hin!“
Das erlaubt uns heute und hier die moderne Technik auf eine schöne und die Falken schonende Weise, nicht wahr?

Nun zeigt die Cam 3 bereits den Nachwuchs
Wie in den Vorjahren zeigt es sich wieder, dass es für uns schön ist, den Weg der Küken zu verfolgen. Zunächst nutzten wir während der Brut vor allem die Cam 2, nun wandern wir mit den Küken nach vorn zum Nistkastenausgang und nutzen die Cam 1 und bald kommt die schöne Zeit, wenn das QUARTETT mit Cam 3 außen auf der Anflugstange zu beobachten ist. Bereits gestern zeigte Cam 3 eine kleine weiße Halbkugel mit zwei schwarzen Punkten, die sich über die Schwelle reckte!
Danke an die Spender/-innen und Förderer, die uns diese Technik zur Verfügung stellen und die unsichtbaren „Heinzelmännchen“, die uns diese Bilder in das Netz stellen!
Ein herzliches DANKE!
Vom Kassenführer des Heidelberger NABU Herrn St.H., bei dem unser Sonderkonto „Heiliggeist-Wanderfalken“ geführt wird, habe ich die Spendeneingänge seit März 2018 erhalten. Das ist eine schöne Summe, die mich für dieses Jahr ruhig schlafen lässt. Ich verstehe die Zuwendungen auch als Anerkennung unserer Bemühungen das wilde Leben in der Stadt auf eine Weise öffentlich zu machen, welche die Falkenfamilie weder stört noch beeinträchtigt. Das sind Zeichen der Freude über das, was es hier zu sehen und zu lesen gibt.
Herzlichen Dank deshalb an Frau S.B. und Herrn H-T.M, an Frau G.G., an Frau J.P, an Herrn und Frau G.und G. D., an Frau S.S., an Frau M.Sch,, die uns hoffentlich bald wieder Fotos der fliegenden Jungfalken sendet, an Frau M.H., an Frau B.G-D., an Frau M.W., an Herrn L.B., an Herrn und Frau H-P. und S.K., an die Geburtstagsgäste von Frau D.A.W. und dieser herzliche Glückwünsche und an Frau M.E.
David und Goliath
Heute früh, gegen 6.30 Uhr konnte ich – als Frühaufsteher – eine lustige oder gruselige, ich weiß nicht so recht – Szene über Cam 1 (diese wird nun die wichtigste) beobachten: Eine gestresste, entnervte PALATINA zerrt einen Beuterest aus der vorderen rechten Ecke und wird von den nachrückenden Küken bedrängt. Sie flüchtet geradezu auf die Anflugstange und sucht das Weite. GOLIATH versucht den Riesenbrocken zu verschlingen und wird dabei – wer hätte das gedacht? – hartnäckig von unserem Sorgenkind BENJAMIN/A verfolgt und bedrängt! Die beiden Streithansel teilen sich schließlich ihrer Größe entsprechend die Beute, die beiden mittleren Geschwister stehen stumm dabei und staunen wohl ebenso wie ich.
Ab sofort können wohl die Küken selbst – weitgehend – eine gelieferte Beute zerlegen und fressen.
Blick in die Welt
Nun bewegen sich die vier Küken schon ziemlich selbständig in ihrem Nistkasten. Wie ihre 57 Vorgänger lagern sie nun gerne an den Wänden oder in den hinteren Ecken. Ihre Augen waren bisher nur auf das große Dunkel im Hellen – also das plötzliche Auftauchen eines Elternteils mit Beute im Nistkasteneingang – konzentriert und dann nachfolgend auf die nahe Distanz (Nahrung im Schnabel der Eltern). Nun erkennen sie inzwischen auch mehr oder minder interessante Dinge am Boden: Federn, Nahrungsreste. Sie picken nach ihnen, bald ergreifen sie auch Federn mit den Fängen.
In den nächsten Tagen wird ein besonders neugieriges Küken aufrecht am Nistkasteneingang innen vor der Schwelle stehen und hinaus spähen!
„Oh! DAS ist meine zukünftige Welt! Was bewegt sich dort am Himmel? Was bewegt sich dort unten auf dem Dach?“
Die Augen und das Falkengehirn werden dann auf den Fernblick weiter entwickelt, der für das spätere Falkenleben besonders wichtig ist. In wenigen Wochen werden diese vier Küken als junge Falken in beträchtlicher Höhe, also meist 200 bis 500 m, aber auch weit höher, fliegen, kreisen und nach Beute Ausschau halten. „Wanderfalken vermögen z.B. aus 2 000 m Höhe, das Beutetierangebot einer Fläche von 10 bis 15 qkm zu überschauen“ (D. Rockenbauch, Der Wanderfalke in Deutschland, 2002,Bd. 2 , S.874)
Über das Sehvermögen von Wanderfalken in Ruhestellung und beim Jagdstoß habe ich bereits in den Vorjahren Erstaunliches erfahren und hier notiert.
Stammgast APOLLO
ist schon wieder eingetroffen und hofft auf Nahrungsreste.
Danke, M.H.!
Auf ein Neues!
ZEPHYR kann die Saison 2022 nicht erwarten und beginnt schon mal eine Mulde zu zu schieben. Er sollte sich nun aber noch um den Jahrgang 2021 kümmern, da hat er viel zu tun!
Danke, M.H. und D.B.!


Souvenirs der Saison 2021
Jede(r) der Zehntausenden von Besuchern/innen, die in den letzten Monaten diese Saison miterlebt haben, bewahrt in seinem Gedächtnis besondere Bilder und Szenen, nicht wahr?
ICH freue mich über zwei Bilder:
Ein Aquarell aus Freundeshand und das Falkenbild meiner jüngsten Enkelin (6), die mit scharfem Blick die weißen „Prinzessinnen-Restflaumkrönchen“ auf dem Falkenköpfen farblich akzentuiert hat.


Adieu,MARSILIUS!
Schon in den vergangenen Tagen bemerkten wir seine konzentrierten Blicke nach oben. Das zeigte auch uns, dass über ihm die Eltern und wahrscheinlich auch seine Geschwister flogen. Der Geländerkranz um das „Kapellchen“, etwa 6 Meter über dem Nistkasten (nicht einsehbar für ihn wg. der Wölbung des Turmhelms), ist seit langen Jahren ein Treffpunkt der ausgeflogenen Jungfalken, ebenso wie der Turm der Katholischen Heiliggeistkirche (Jesuitenkirche) in 250 m Luftlinie im Süden der Protestantischen Heiliggeistkirche.
MARSILIUS hat brav in den letzten Tagen seine Brustmuskeln trainiert, er wurde bestens mit Nahrung versorgt. So hoffen wir, dass auch seine erste Landung an einem erhöhten Ort der Altstadt gut gelungen ist, dass er von der Rasselbande der Gaisberg-Krähen verschont wird und dass er schnell den Anschluss zu seinen Geschwistern findet.
Danke, C.!
MARSILIUS ist endlich flügge
Um 8.44 Uhr ist das Nesthäkchen endlich ausgeflogen! Danke für die Meldungen im Gästebuch und für jene Informationen , die mich über andere Wege erreichten.
Es gab in den letzten Tagen Verwirrungen bei uns durch die An- und Abwesenheiten seines Bruders APOLLO, der auch heute Nacht bei ihm schlief. APOLLO ist z.B. heut bereits 5.20 Uhr und um 7 Uhr zu einem kurzen Bewegungsflug gestartet, kam aber immer wieder zurück.
ZEPHYR war auch mit Beute da, hat er dem Spätstarter eine Wegzehrung mitgegeben?
Danke, I.S. und C.!


PALATINA bringt Nahrung
außen wacht ZEPHYR.
Danke, R.R.!
