Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
Seit 1999 schreibt Hans-Martin Gäng das Tagebuch über die Heidelberger Wanderfalken. In über 5000 Einträgen können Sie nachlesen, was seit 1999 alles passiert ist. Dort finden Sie auch viele Informationen zur Biologie des Wanderfalken und zum Verlauf der Brut und Aufzucht des Nachwuchses.
Flieg, Falke, flieg!
Von den Falkenretterinnen A. und P. habe ich diese Fotos erhalten: Ich werfe den Falken zum Zweitstart. Er kommt bereits höher als wir stehen (!) zurück und versucht vergeblich auf dem Heiliggeistkirchturm zu landen.


Welcher Jungfalke es war, interessiert nicht
Die Entnahme des Falken, der sich mit Klauen und Schnabel wehrte, ist mit Geflatter verbunden. Um ihn – und mich – nicht zu verletzen, muss ich seine Fänge festhalten. Der Falke ist selbstverständlich unter großem Stress. Ich werfe ihn in die Luft Richtung Jesuitenkirche. Er fällt zunächst 10 m hinunter, fliegt dann energisch zur benachbarten Kirche, umrundet deren Turm, kehrt hoch über uns zurück, will wohl oben auf dem Heiliggeistkirchturm landen, rutscht über das Schieferdach ab, fliegt wieder hinüber zur Jesuitenkirche, an ihr vorbei und verschwindet im Grün.
Dieser Falke kann fliegen und wird nun wohl auch sicher landen können. Das alles fand in angemessener Eile statt, keine(r) hatte Zeit und die Idee, die Ringnummer unter meinen Händen abzulesen. Es soll ja auch niemand mehr diesen Falken in seine Hände bekommen, nicht wahr?

Großartige Hilfe!
Heute Abend informiert mich die Wanderfalkenpatin Roswitha S. (aus 2014), die ehrenamtlich am Informationsstand der Heiliggeistkirche tätig ist, dass soeben ein junger Wanderfalke auf der Hauptstraße gelandet sei, von Menschen umringt schließlich in das Geschäft Foto Gärtner gedrängt wurde. Das ist das Laden im gelben Haus links. Gegenüber im Haus Palmbräu sitze ein Jungfalke seit heute vormittag auf der linken Dachgaube.
Als ich an der Kirche ankomme, erwarten mich die Falkenpatin Roswitha S. und zwei Damen P. und A., Tagestouristinnen aus der Region. Sie haben bereits den Jungfalken im Fotogeschäft eingefangen und in einen Karton verstaut. Ich bin hoch zufrieden und zunächst sprachlos! Habe ich nicht vor wenigen Tagen erst männliche Zögerlichkeit und weibliche Entschlusskraft in solchen Situationen benannt?
Der Jungfalke auf dem Dach der „Palmbräu“ braucht keine Hilfe. Er wird wohl bald aus eigener Kraft davon flattern. Der Hunger wird ihn antreiben.
Die Damen P. und A. tragen sogar den „Hauptstraßen-Falken“ im Karton mit mir auf den Umlaufbalkon und helfen mir bei der Entnahme, wie ich es kürzlich hier geschildert habe: Vorsichtig Deckel öffnen, Tuch über Kopf decken, ich greife nach unten, fasse die Fänge und hole den Jungfalken ins Freie.

Der dritte Jungfalke ist ausgeflogen
Wie ich den zahlreichen Meldungen mit Freude entnehme, ist der dritte Jungfalke heute, am 1. Juni 2018, um 11.20 Uhr ausgeflogen. Herzlichen Dank und Glückwunsch an die Erstentdecker! Ich selbst war nicht in Heidelberg und kann das erst jetzt um 15 Uhr öffentlich urbi et orbi verkünden.
Wenn ich es beim ersten Blick auf Cam 3 richtig sehe, ist der zuletzt geschlüpfte Terzel vom 24. April 2018 noch im/am Nistkasten. Für ihn ist heute der 39. Tag, er wird also auch bald weg sein.
Hier ist ein screen shot vom 24. April: Ach, waren die damals noch klein und kuschelig! Und heute? Eher zum Fürchten…

Starker Wind und heftiger Regen

gingen heute Nacht gegen 1 Uhr über Heidelberg. Hoffentlich haben das die beiden ausgeflogenen Jungfalken gut überstanden. Nun sehen wir noch einen kleinen Terzel und seine kräftige Schwester. Wer wird als erste/r heute starten?
Der zweite Jungfalke ist gestartet
Um 17.02 Uhr ist heute, 31. Mai 2008, der zweite Jungfalke gestartet! Wie fast jeder seiner Vorgänger flog er Richtung Südosten Richtung Schloss ab. Schade, dass er einen Zeitpunkt wählte, an dem die tief stehende Sonne voll in die Cam 3 auf dem Kirchendach scheint.
Danke, Coriena!
Heute ist es uns zu heiß
denkt vielleicht das verbliebene TRIO und hat sich zu einem Morgenschläfchen in das Dunkel des Nistkastens verzogen.
Bei Dieter Rockenbauch, Bd. 2 „Der Wanderfalke in Deutschland und umliegenden Gebieten“ lese ich auf S. 673: „Männchen fliegen … imAlter von 38 bis 40 Tagen aus, Weibchen erst mit 40 bis 45 Tagen.“ Es gibt beträchtliche Abweichungen, entscheidend ist der Schlupftermin, der 2018 hier eine Spanne von sechs Tagen zeigt! (2012 flog hier ein Jungfalke erst am 49. Tag ab.) Also: Geduld! Und noch einige Tage der Teilnahme am Leben der Jungfalken.
Über den zuerst abgeflogenen Jungfalken – Dienstag, 29. Mai – habe ich bisher keine Informationen über Sichtungen erhalten. Dann ist er wohl auch gut unterwegs, hoffen wir.
Da waren es nur noch drei …
heißt es im Kinderlied. Hier ist die von mir heute genannte Aggressivität der Jungfalken bereits gut zu beobachten. PALATINA getraut sich schon gar nicht mehr an den ruhenden Kindern vorbei zum Ausgang! Man sieht nun auch, dass der Nachwuchs bereits in der Größen- und Gewichtsklasse der Mutter ist. Es wird Zeit, dass die Jungfalken davon fliegen!
Danke, Krystyna!
Zoff statt Idyll
Das letzte Video von Krystyna von heute vormittag zeigt , wie sich nun das Verhalten zwischen den Jungfalken ändern wird: Wenn sich diese gegen Ende der Woche wieder zu einer gemeinsamen Mahlzeit – noch immer werden sie dann auf die Nahrungszufuhr durch die Eltern angewiesen sein – treffen, auf einer Turmspitze, auf einem Baum am Hang des Tales, auf dem Schloss, dann kann man mit dem Feldstecher oder Spektiv nur Zank & Streit beobachten. Mit lautstarkem Geschrei balgt man sich um die Beute, reißt mit Gewalt an sich, was man erwischt, mantelt das Beutestück, damit der/die andere nichts abbekommt, saust mit der Beute davon oder entreisst im Flug dem Geschwister dessen Anteil. Auch die Eltern werden rücksichtslos und grob angegangen, manchmal scheinen diese geradezu zu fliehen! Diese innerartliche Aggression ist jedoch für den weiteren Lebensweg wichtig.
Schwierige Tage für Jung und Alt
Wo mag der Erststarter nun nach drei Stunden stehen? Bestimmt ist er nach seiner ersten Landung – hoffentlich in Sicherheit auf einem hohen Dach – noch nicht erneut gestartet. Das wird erst geschehen, wenn der Hunger ihn dazu antreibt, vielleicht erst morgen! Die Eltern haben heute und in den nächsten Tagen einen scharfen Blick auf den Nachwuchs, der bereits unterwegs ist. Oft haben wir beobachtet, dass sie demonstrativ Beute tragend in großen Kreisen um ihn fliegen und trotz seines Schreiens keineswegs bei ihm zur Fütterung landen! So zwingen sie ihn und seine nachfolgenden Geschwister schließlich zu den bevorzugten Übergabeplätzen. Das sind die Turmspitzen der Altstadtkirchen und die Schlossruine.
Seit einigen Jahren leben in der Altstadt und dem angrenzenden Wald eine zunehmende Zahl von Rabenkrähen. Diese haben inzwischen sogar am Hauptportal der nahen Jesuitenkirche – einem bevorzugten Ziel der Erststarter von Heiliggeist – gebrütet. Kein Wunder, dass diese Krähengruppe geradezu darauf zu lauern scheint, erstmalig startende Wanderfalken, aber auch Turmfalken vom Hexenturm der Universität, zu attackieren und auf den Boden zu zwingen.
Aber keine Sorge, schon einen Tag später sieht man den Erststarter elegant fliegen und mühelos den schwarzen Gesellen aus dem Weg fliegend. Wenige weitere Tage und die jungen Wanderfalken verfolgen schon spielerisch die Rabenkrähen.
Erster Start und erste Landung
Am 40. Tag nach dem Schlupf des ersten Kükens, am 29. Mai 2018, um 10.36 Uhr ist der erste Jungfalke abgeflogen! Herzlichen Dank für die Meldung!
Der erste Flatterflug endet meist nicht all zu weit vom Kirchturm auf einem Dach. Manchmal nur 20 m von der Luke entfernt auf dem Kirchendach. Wenn es sehr gut geht, dann südwestlich auf dem hohen Turm/Kirchendach/Portal der Jesuitenkirche oder auf der Schlossruine. Wenn es schlecht geht, dann in einem engen Hinterhof oder gar auf der Straße. Falls das vorkommt, werde ich von freundlichen Menschen, der Polizei oder der Berufsfeuerwehr angerufen. Ich eile dann herbei und fange den Bruchpiloten mit einem großen Kescher. Ist der Falke sehr zappelig, besprühe ich ihn mit Wasser aus einer Blumenspritze, immer mit verblüffenden Erfolg.Ich stülpe ein leichtes schwarzes Tuch über den Falken im Netz, greife unter das Netz, fasse seine Fänge und hole ihn unter dem Netz hervor. Ich bitte einen Umstehenden das Tuch wieder über seinen Kopf zu legen. Denn der Bruchpilot zeigt sich keineswegs dankbar für meine Absicht ihn wieder auf Höhe zu bringen und hackt mit seinem Schnabel nach meiner Hand. ( Interessant, dass dabei Frauen immer helfen, Männer oft zurück weichen.) Dann kommt der Jungfalke in einen Karton und ich trage ihn zurück auf den Umlaufbalkon des Heiliggeistkirchturms. Nein, ich kann ihn nicht in den Nistkasten zurück setzen, dann würden die Geschwister in Panik flüchten. Denn alles was hier geschieht, sollen die Falken, Alt & Jung, in eigener Entscheidung tun.
Übrigens: Der Zweitstart klappt dann immer souverän und der Bruchpilot landet und fliegt am zweiten Tag „wie ein Alter“…
Letzte Gelegenheit das QUARTETT gemeinsam zu sehen
Munteres Leben im Kinderzimmer!
Danke Krystyna!
Jungfalke rezitiert Gäng`sches Weihnachtsgedicht
von gestern. Zumindest sieht es so aus.
Danke, D.B.!
Man muss genau hinschauen
um zu erkennen, dass heute Nacht ein Altfalke, wohl PALATINA, auf der Anflugstange die Nacht verbrachte.
Danke,D.B. und M.H.!

„Ei! Wie bin ich so verwundert, sieht ja alles anders aus!“
„Wer ist denn hier eingewandert? War ein Engel hier im Haus“ So mussten meine Kinder vor langen Jahrzehnten ein Weihnachtsgedicht aufsagen, bevor sie die Geschenke unter dem Christbaum öffnen durften.
Ich hatte heute vormittag Dr. KF.R.(Namenspate 2013) und G.St. dabei, als wir die Hinterlassenschaften der Falkenfamilie von vier Monaten entfernten. Hauptarbeit ist die völlige Entfernung der oberen Schicht, auch der Sand/Kies-Schicht. Das ergibt zwei große und schwere Müllsäcke. Nach dem Eintrag einer neuen Schicht folgt das Übertünchen der weißen Schmeiss-Spuren an den Wänden mit Farbe.
Ja, bei dieser Schwüle war das eine schweißtreibende, unangenehme Arbeit und ich bin froh, dass ich das nicht mehr – wie in den ersten 18 Jahren – alleine zustande bringen muss/darf!
Lohn der Arbeit?
Als ich gegen 9.30 Uhr als erster um die Südostecke des Umlaufbalkons kam, sah ich auf der Steinbrüstung an der Südwestecke des Balkons einen Jungfalken! Vertieft in sein Frühstück. Als ich – mit Finger auf dem Mund – meine Mitarbeiter dazu bat und diese ebenfalls um die Ecke schauten, flog der Falke ab. Selbstverständlich hinüber zu nahen Katholischen Heiliggeistkirche (Jesuitenkirche).
Auch während unserer Arbeit hörten wir immer wieder Bettelrufe der Jungfalken über uns. Als wir nach einer Stunde wieder auf dem Umlaufbalkon standen, sahen wir zwei Wanderfalken fliegen. Immer ein großartiger Anblick!
Die Falken werden staunen, wenn sie demnächst wieder hier nach Nahrungsresten stöbern wollen! Vielleicht denken sie aber auch: „Wurde auch Zeit ,,,“
Danke, an M.H.!


Zeit des Übergangs
vom abhängigen Jungvogel zum selbständigen Jungfalken.
Nun sind fast zwei Wochen seit dem Ausfliegen vergangen und die Jungfalken sind in der Luft nun gut unterwegs. Auch die Landungen gelingen nun.
Wir erleben die beiden Terzel, die noch immer täglich bei Visiten des Nistkasten zu sehen sind, dann als bettelnde „Kleinkinder“, falls ein Elternteil sich sehen lässt. Tatsächlich hat auch Mutter PALATINA vorgestern dort noch einen Terzel gefüttert.
Üblich ist nun in dieser Phase, dass die Nahrungszufuhr an die Jungfalken mit Unterricht verknüpft ist. Die (bereits getötete, kopflose) Beute muss hoch in der Luft gegriffen werden. Ein Elternteil zieht mit der Beute nach oben und lässt die Beute – vor der Nase – äh! Schnabel/Fängen – – der anfliegenden, bettelnden Jungfalken fallen. Diese stoßen nach und ergreifen sie, bevor sie auf den Boden fällt.
Zweimal in diesen 20 Jahren beobachtete ich von der Terrasse des Stückegarten am Schloss aus, dass kurz bevor die herabfallende Beute auf die Hausdächer fiel, blitzschnell – wie aus dem Nichts – der andere Elternteil seitlich herbei schoss, die Beute ergriff und steil damit nach oben schoss und Höhe gewann! Verfolgt von zwei zeternden Jungfalken. Leider verschwanden sie neckaraufwärts hinter der Schlossruine und ich konnte nicht beobachten, dass die Fallenlassen-Nachstürzen-Ergreifen-Lektion sich wiederholte. Gut möglich, dass auch beim folgenden Sturz des Beutevogels der andere Elternteil, unten fliegend, bereit war, bei einem Fehlstoß erneut die wertvolle Nahrung zu retten.
Dennoch berichtet man mir gelegentlich, alle zwei Jahre etwa, dass kopflose Tauben auf Dächern, Gärten und Straßen Heidelbergs gefunden wurden.
Ohne das, wäre alles nicht !
Vom NABU Heidelberg erhalte ich Informationen über den Spendeneingang seit meinem letzten DANKESCHÖN hier im Tagebuch Ende Februar 2021.
In unser aller Namen sage ich herzlich DANKE noch im Februar an Frau M.Sch. und Frau M. W.. Im März an Frau J. R., an das Paar J.und W. W., an Frau D.W., an Frau S.F., am Frau E.M., an Frau V.St.. Im April an Frau R.W., Frau J.P., an Herrn H.-J.B., an Herrn T.S. und an das Paar P.und A. B.. Im Mai an Frau A. Sch.
Herzlichen DANK auch an den NABU Baden-Württemberg, der für die drei Monate der Brut- und Aufzuchtzeit wieder die Streamingkosten unserer drei Webcams übernommen hat. (Die Streamingkosten für die restlichen Monate der Jahre tragen wir seit 21 Jahren aus Spenden!)
Besonderen DANK wieder den Unterstützern im Hintergrund, die für die Website, die Übertragung, für die Nilgans-Abwehr, in der Kirche und im Falkenzimmer ehrenamtlich mitarbeiten!
ARTEMIS am 19.Mai 2021 vor dem Zweitstart

ZEPHYR flüchtet am 29. Mai
Jungfalken sind Nervensägen!
s. Gästebucheintrag von D.B.!
Danke, M.B.!