Die Küken – noch in ihrer Kalkschale –  sind heute – 31. Tag –  voll entwickelt und in der Eischale wird es nun eng für sie. Der Sauerstoffgehalt wird nun allmählich knapp und der Kohlendioxidgehalt steigt. Diese Mangelversorgung löst den Schlupf aus. Die innere Schalenhaut in der Luftkammer wird mit dem “Eizahn”, einem dornartigen Auswuchs am Oberschnabel durchstoßen, also von innen aufgepickt. Das werden wir dank unserer guten Kameras bestimmt – bei einem Brutwechsel – als kleiner weißer Fleck – oder gar als kleines Loch – heute oder in den nächsten Tagen sehen können!

Dann beginnt das winzige Lebewesen selbständig zu atmen. Die Luft reicht im Ei nicht lange und der Eizahn schabt durch die Bewegungen des Kopfes winzige Löcher in die Kalkschale. Inzwischen hat sich ein Muskelstrang zwischen Nacken und Hinterkopf entwickelt und ist nun stark genug, um durch Strecken des Körpers die Schale am “Äquator” auseinander zu drücken!

Bereits jetzt nehmen die Küken akustisch Kontakt mit den Eltern auf. Wir erkennen das durch das unruhige Kopfsenken von PALATINA beim Schlupf, die auch leicht ihre Haltung auf dem Gelege ändert, wenn ein Küken schlüpft. Die Eltern helfen nicht beim Schlupf, das Küken muss sich selbständig aus der Eischale befreien! Es braucht dann sofort elterliche Wärme, damit es abtrocknen kann und sich der weiße Flaum schützend über der rosa nackten Haut entfalten kann.

Jedes Jahr beobachten wir staunend und ehrfürchtig dieses Wunder, nicht wahr? Und in diesen Tagen schmeckt mir kein Frühstücksei…