Es ist offensichtlich und unseren Gästen sicher längst bekannt, dass das wichtigste Sinnesorgan der Wanderfalken das AUGE ist. PALATINA zeigt das uns heute vormittag sehr schön: Eine kurze Überprüfung des Bodens am potentiellen Brutplatz (Nistkasten) – also Nahsicht! –  dann  hält sie  für 8 Minuten ihr engeres „Horstrevier“ unter Kontrolle – Fernsicht!  Sie bleibt nicht lange frontal mit ihrer hellen Brust vor dem dunklen Kasteneingang stehen, sondern stellt sich, wie von uns schon oft beobachtet, ganz nach außen auf die Anflugstange, wendet sich um 180°, so dass nun ihr schiefergrauer Rücken – auf große Distanz gesehen – mit dem grauen Schieferdach farblich übereinstimmt! Uns und Freund & Feind erscheint sie so gut getarnt. Dass PALATINA nun ihren Kopf auf den Rücken wenden muss, um zu schauen was hinter ihrem Rücken und Kopf geschieht, ist kein Problem!

Wie gut zeigt uns die Cam 3 vom Kirchendach aus das unaufhörliche Spiel ihrer Augen! Es ist kein Spiel, sondern ein unablässiges und konzentriertes Einstellen der Sehschärfe auf bewegte Objekte (potentielle Beutevögel): Was fliegt da? Wie fliegt es? Könnte ich, will ich starten und hinter her?

Nein, PALATINA kann natürlich nicht denken, überlegen, abschätzen wie wir Menschen. Die Verarbeitung der Sinneseindrücke aus ihren riesigen Augen in ihrem kleinen Gehirn erfolgt nach anderen Erfahrungsgrundlagen als bei unserem menschlichen Lernen.

Was auch immer, wie auch immer es geschieht, es ist ein Wunder!

Und eine Freude es zu betrachten, nicht wahr?

 

Danke, Coriena!

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