In einem Hotel in Verneuil s.A. entdeckte ich kürzlich unter den Coffee Table Books im Foyer zwei sehr schöne Bildbände, die mir – Stand 2015 – den Status der französischen Vogelwelt zeigten. Ich las die Seiten, die den Faucon pèlerin behandeln:

In den Zeiten des drohenden Aussterbens des Wanderfalken in Europa, um 1970, gab es in Frankreich nur noch 73 bekannte Brutpaare! Durch Unterschutzstellung und Überwachung – auch ich bewachte in jenen Jahren gelegentlich einen Felsenhorst bei Niederbronn les Bains im Elsass – erholte sich der Bestand um 1985 auf 159 Brutpaare. Die Karte in Bd 1 zeigt auf S. 453, dass – bis auf einen Brutplatz – damals alle Paare im Osten und Südosten Frankreichs lebten! Man kann ein Lineal diagonal von Straßburg bis Biarritz legen, auf der nord-westlichen Hälfte  Frankreichs gab es damals keine Wanderfalkenbrut!

Das Buch nennt für Europa für das Jahr 2000 etwa 12 000 bis 15 000 Brutpaare, für Frankreich ein Anstieg auf 200 Paare, der nachfolgend rasch ansteigt. René-Jean Monneret nennt in dem Band für das Jahr 2010 für Frankreich etwa 1 600 Brutpaare.

In den französischen Städten gab es 1999 erst 6 Paare, z.B. in Albi/Tarn. Im Jahr 2009 waren es 35 städtische Paare. (Bei einigen Nistkästen konnte Heidelberg Rat geben.)

Interessant ist, dass in Frankreich im Winter eine große Zahl von britischen, skandinavischen und russischen Wanderfalken (F.p.calidus) beobachtet werden, die durchziehen oder dort überwintern. Berühmt ist ein in Sibirien beringter Terzel, der in sieben aufeinander folgende Winter einen Balkon eines Gebäudes in Sète, an der Mittelmeerküste bei Montpellier (Heidelberger Partnerstadt!) als Schlafplatz nutzte.

Nun ja, in Nizza und Cannes sah ich im Juni auch menschliche Wintergäste aus Russland, erkennbar an den Flaggen der Luxusyachten.

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